Nein, das ist kein neuer hipper Drink….. Das KoKa36 ist seit über 30 Jahren zu einer Institution für Konzertkarten in Berlin herangewachsen, und nun wurde am 11.02.26 Insolvenz angemeldet. Die Abkürzung steht für Konzert Kasse und ist früher vor Allem in der Punk und Undergroundszene bekannt gewesen. Das KoKa war das Gegengewicht zu den großen Ticketplattformen. Wann immer es möglich war, habe ich Tickets dort bestellt, mich über das komplizierte Kundenkonto, den Bestellprozeß und die „ schlechte Websitenperformance“ aufgeregt. Am Ende dann, froh, es mal wieder geschafft zu haben, mit Vorfreude auf die Hardtickets, mit dem kultigen Logo, gewartet. KoKa36 Tickets gaben mir immer das Gefühl, Alles richtig gemacht zu haben. DAS soll jetzt vorbei sein? Eigentlich unvorstellbar. Fast schräg gegenüber vom SO36 in der Oranienstrasse, in Kreuzberg gelegen, war es auch so eine Art Sehenswürdigkeit : „ Kuck mal, da hab ich damals DIE Tickets gekauft!“ Schöne Konzerterinnerungen verbinden sich mit mit dem Laden, aber es bricht ja nicht nur noch ein kultiger, nostalgiebehafteter Laden in Kreuzberg weg, diese Insolvenz betrifft auch einige Liveclubs in Berlin. Aufgrund der Insolvenz, wurden die Einnahmen aus Ticketverkäufen nicht mehr an die Clubs ausgezahlt, sondern der Konkursmasse zugeordnet. Ob die Clubs dann Daraus noch Etwas erhalten und wann, steht in den Sternen. Gleichzeitig stehen sie jedoch in der Verantwortung gegenüber den bereits gebuchten KünstlerInnen, TechnikerInnen und Allen, an einem Konzert sonst noch Beteiligten. Diese Kosten können nun nicht aus den Ticketverkäufen bezahlt werden, sondern aus den Rücklagen, welche für Renovierung, Umbauten und so weiter benötigt werden. Unter den betroffenen Clubs ist auch das SO36, der Konzertsaal Kreuzberg, das Wild at Heart, das Astra, das Lido und noch einige mehr. Wer die Clubs kennt, weiß, dass es hier ebenso um kultige und Nicht- Mainstream Locations handelt. Locations, welche auf eine lange Geschichte zurückblicken können und welche auch als soziale Anlaufpunkte der jeweiligen Kieze gelten.
Das SO36 hat das mal beziffert, und kurz nach der Bekanntgabe der KoKa36 Insolvenz ein Crowdfunding auf Facebook gestartet. 45.000€ ist das Ziel, das ist der Betrag, der durch die KoKa36 Pleite nun weg ist. Das Geld war für die Investition in eine dringend benötigte Klimaanlage zurückgelegt worden. Die Kampagne brachte innerhalb ein paar Tagen schon fast 40.000€, was wohl niemand erwartet hat.
Am 26.02.26 treffen sich die betroffenen ClubbesitzerInnen zu einer Krisensitzung und nicht nur ich hoffe sehr, dass hier Lösungen gefunden werden können, um die Schäden zu minimieren und die Locations zu erhalten.
Crowdfunding ist ein Weg, Clubs, und nicht nur Banken retten, wäre jetzt auch mal eine gute Sache für die Politik, Benefizkonzerte für einen Fonds für die betroffenen Clubs….
Live Clubs haben es bereits seit einiger Zeit nicht leicht, und wenn dann noch Soetwas dazukommt, überstehen das eventuell nicht Alle.
Ich glaube, hier sind Wir Alle gefragt, Wir, die die kleinen Clubs/ Locations besuchen, Undergroundbands und etablierte Bands, welche in diesen Locations ihre ersten Erfolge gefeiert haben, haben nun die Möglichkeit, diese Locations zu unterstützen! Auch wenn Berlin weit weg ist, so kann das Gleiche auch jederzeit Woanders passieren.
Wer helfen will, kann sich z.B. auf den Insta und Facebookprofilen der Clubs Informieren, was an Unterstützung benötigt wird !!
Let’s save the Clubs !!!

Ich habe Tom Fock, Sänger von der Band LustfingeR, gefragt, ob er dazu auch ein Statement abgeben möchte, und ER WOLLTE!! Hier die Zusammenfassung: “ Im SO36 und in anderen Berliner Clubs haben wir oft gespielt, auch wenn es teilweise länger her ist. Wenn Läden, wie das SO36 aufgrund einer solchen Situation schliessen müssten, wäre das mehr als traurig und tragisch. In solchen Läden findet doch die eigentliche Vielfalt von Kultur, Musik, Subkultur usw. statt! Subkultur ist wichtig, sie darf niemals sterben!“ Genau, danke Tom, Subkultur ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und benötigt Räume, wie diese Clubs, um sich weiterzuentwickeln und neuen Ideen und KünstlerInnen eine Bühne, einen Raum zu geben. Wir wissen nicht, was zu dieser Insolvenz geführt hat. Der Tod des Inhabers im November, könnte einer der Gründe sein, ein Anderer, die Monopolisten im Online Ticket Verkauf, welche verhindern, dass kleine Konzertkassen keine Tickets online versenden dürfen. Das Alles sind Spekulationen und helfen nicht dabei, eine gute Lösung für die Clubs zu finden. Und die Lösung sollte nun im Vordergrund stehen.

Daher meine Frage an TOM: Würdet Ihr, als Band mit Berlin- und Subkulturerfahrungen, Euch an so einem Solikonzert zur Clubrettung beteiligen? Damit ein Zeichen für die Erhaltung der Subkultur setzen? Auch wenn es in Berlin ist? “ Ja, klar würden wir bei so einer wichtigen Sache, auch ohne Gage spielen!“

Also, wenn LustfingeR zur Rettung beitragen kann, dann meldet Euch gerne!

Tom hatte noch viel zu erzählen, damit werden wir demnächst einen weiteren Beitrag zum Thema Konzertticketpreisentwicklung füllen!

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